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Von den Supraleitern zum Orchesterleiter

Dieter Köhnlein, musikalische Leitung Kammerorchester
Herr Köhnlein

Wie kam der Physiker Dr. Köhnlein, heute Akademischer Direktor am Physikalischen Institut, nebenbei auch Stadtrat, zum Dirigentenstab?
Der Dirigent Hans Richter soll einmal auf die Frage "Wie wird man Dirigent?" forsch geantwortet haben: "Man geht aufs Podium - und entweder kann man es, oder man lernt es nie!"

Köhnlein aber hat sich das Dirigieren im Laufe der Jahre selbst beigebracht: Bereits als Schüler leitete der Klavierspieler einen Chor, später wirkte er im Bachchor Karlsruhe mit. Mit der Zeit nahm der Autodidakt mit seinem Orchester auch die sinfonischen Giganten in Angriff.

In seinem Dienstzimmer hängen neben Regalen voller physikalischer Fachliteratur zahlreiche Urkunden an den Wänden, davor türmen sich Berge von Noten, und daneben - wer würde dies im nüchtern-kalten Physikhochhaus vermuten - steht ein Cembalo.

Für Köhnlein, dem 1995 für seine Verdienste um das kulturelle Leben an der Universität das Bundesverdienstkreuz verliehen wurde, ist besonders erfreulich, dass durch die regelmäßigen Konzerte auch vielen Studierenden der Zugang zur klassischen Musik eröffnet wurde.Von großer Bedeutung sind für Köhnlein auch die als Konzerttourneen angelegten Orchesterreisen, die gerade für junge Menschen eine Horizonterweiterung bedeuten und bei ihnen Verständnis für andere Völker und Kulturen wecken.


Tobias Drewelius

Musikalische Leitung Sinfonieorchester
Portrait von Tobias Drewelius
Tobias Drewelius

Tobias Drewelius begann im Alter von vier Jahren mit dem Klavierspiel und
erlernte während seiner Schulzeit zusätzlich Violine, Viola, Klarinette und Orgel.
2005 wurde er als Jungstudent im Fach Klavier an der Robert-Schumann-Hochschule
Düsseldorf aufgenommen. Nach dem Abitur studierte er dort zunächst Komposition bei
Manfred Trojahn, dann an der Hochschule für Musik Karlsruhe Musiktheorie bei Uwe Kremp,
seit 2012 zusätzlich Orchesterdirigieren bei Andreas Weiss.
2014 schloss er das Theoriestudium ab, 2016 das Dirigierstudium mit Auszeichnung.
Nach dem Abschluss verbrachte er bis Sommer 2017 acht Monate in Guayaquil, Ecuador, um
sich für die Organisation Musiker ohne Grenzen mit musikalischer, pädagogischer und sozialer
Arbeit zu engagieren.

Er erhielt Stipendien von e.on und DAAD, ist Stipendiat des Internationalen Richard Wagner-
Verbands und der Studienstiftung des deutschen Volkes.

Seine Ausbildung ergänzte er durch verschiedene Meisterkurse und Workshops, etwa mit Paul
Gulda, Jörg Widmann und Helmut Lachenmann, darüber hinaus dirigierte er u.a. die Deutsche
Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, das Stuttgarter Kammerorchester, die Württembergische
Philharmonie Reutlingen, und das Rousse Philharmonic Orchestra. An der Opernschule der
Hochschule für Musik Karlsruhe übernahm er die musikalische Leitung zweier Kinderopern.
Außerdem gingen aus der engen Kooperation mit der Kompositionsklasse von Wolfgang Rihm
einige Uraufführungen hervor.
Konzertreisen führten ihn nach China, Japan, Brasilien und Südafrika.

Die musikalische Arbeit mit verschiedenen Ensembles von Renaissance bis zu zeitgenössi-
schem Repertoire rundet seine dirigentischen Aktivitäten ab; so entstanden etwa

Musiktheaterproduktionen von Henry Purcells Dido and Anaeas und Igor Strawinskys Histoire
du Soldat
.
Daneben ist er als Arrangeur, Kammermusiker und Begleiter tätig.
Momentan führt er seine Theoriestudien noch bis Sommer 2019 bei Johannes Menke und
Florian Vogt im Masterstudiengang Theorie der Alten Musik an der Basler Schola Cantorum
Basiliensis fort.
An der Hochschule für Musik Karlsruhe hat er parallel einen Lehrauftrag für Musiktheorie und
Gehörbildung inne.